Besonderer Service für Urologen
Sind Sie Mitglied
der Hessischen Urologen eG ?
Gerne erläutern wir unser Konzept in einem
persönlichen Gespräch.
Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf!
|
 |
Neben der allgemeinen labormedizinischen Diagnostik
bei Erkrankungen bieten wir ein speziell auf die Bedürfnisse von Urologen
abgestimmtes Untersuchungsprogramm und Service-Angebot:
 |
• Für den Einkauf von Praxisbedarf, speziell für Kulturmedien, Kulturplatten und Agarplatten für mikrobiologische Untersuchungen in der eigenen Praxis, bieten wir günstige Konditionen.
• Im
Bereich Pathologie / Histologie / Zytologie bieten wir eine fachgerechte
Betreuung durch zwei Fachärzte für Pathologie.
• Auf Wunsch schulen wir Ihre Mitarbeiter zu den Themen Praxismanagement,
Hygienemanagement und Qualitätsmanagement, gerne auch mit externen
Referenten
• In relevanten Bereichen versorgen wir Sie mit Fachinformationen,
Sie erhalten regelmäßig Einladungen zu unseren von der Ärztekammer
zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen
(siehe unten)
• Ein auf die Anforderungen von Urologen abgestimmtes IgeL-Konzept.
Hier nachfolgend finden Sie eine Übersicht.
• Wir unterstützen Sie bei der Anbindung der Praxis an
die Datenfernübertragung
|
IgeL – speziell für die Urologie
Diese Untersuchungen werden bei fehlendem Krankheitsverdacht
nicht von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernommen. Es handelt
sich um individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).
Hier können Sie folgende IGeL-Prospekte für Patienten
downloaden.
| Falls
Sie den Acrobat-Reader (um PDF-Dokumente öffnen zu können)
noch nicht haben, können Sie ihn hier kostenlos downloaden. |
|
| Prostata - Sicherheit durch Früherkennung
|
|
Vaterschaftstest - zuverlässig und
schnell
|
|
| Sexuell übertragbare Krankheiten -
Schutz und Prävention |
|
| Anti-Aging - Hormonprofil für
den Mann |
|
| Anti-Aging - Hormonprofil für
die Frau |
|
| Haarausfall - auch ein Verlust der Jugendlichkeit
|
|
| Müdigkeit - Erschöpfbarkeit -
Antriebsarmut |
|
| Oxidativer Stress - wenn Sauerstoff radikal
wird |
|
| Vaginale Infektionen - kein Tabuthema |
|
FACHINFORMATIONEN
Diagnostik des primären Hyperaldosteronismus
mittels Aldosteron-Renin Quotient
Juni 09
(PDF-Dokument
)
Häufigste sekundäre Ursache der arteriellen Hypertonie
ist der primäre Hyperaldosteronismus (PHA), Conn-Syndrom. Betroffen
sind neueren Studien zufolge 5 - 12 % aller Hypertoniker. Dabei hat sich
herausgestellt, dass bis zu 90 % der Patienten normokalämisch sind.
Das Fehlen einer Hypokaliämie schließt einen primären Hyperaldosteronismus
also nicht aus!
Allgemeines
Ein PHA wird in mehr als 90 % durch ein Aldosteron-produzierendes
Adenom oder durch eine idiopathische beidseitige Nebennieren-hyperplasie
ausgelöst.
Aldosteron ist ein Mineralkortikoid und wird in der Nebennierenrinde gebildet.
Aldosteron bewirkt eine Wasser- und Natriumretention. Die Aldosteronseretion
unterliegt dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, einem Schlüssel-mechanismus
der Blutdruckregulation.
Als bester Screening-Test gilt derzeit die Bestimmung des Aldosteron-Renin-Quotienten
(ARR). Beim PHA ist die normale Abhängigkeit des Aldosterons vom Renin
aufgehoben und Aldosteron disproportional in Relation zum Renin erhöht.
Weiterhin wird die Reninsekretion durch die von Aldosteron induzierte renale
Natrium- Resorption gehemmt.
Ein ARQ > 50 ist als potentiell pathologisch zu betrachten (Sensitivität
89%, Spezifität 96%).
Die Aldosteron-Konzentration muß dabei als zusätzliches Kriterium
berücksichtigt werden, beim Conn-Syndrom liegt sie im oberen Normbereich
oder darüber. Bei einem pathologischern ARQ ist ein Bestätigungstest
angezeigt (z.B. Kochsalzbelastungstest).
Vorteile
Der Aldosteron-Renin-Quotient ist ein Parameter, der
im Gegensatz zur Bestimmung der E inzelparameter nicht durch salzhaltige
Nahrung oder Abnahmebedingungen (Körperposition) beeinflusst wird.
Indikationen
- Therapieresistente Hypertonie
(mindestens 3 Medikamente und RR
> 140/90)
- junge Hypertoniker (< 40 J)
- Hypokaliämische Hypertonie
- Zufällig entdeckter Nebennierentumor und
Hypertonie
Präanalytik
Blutabnahme morgens nach 10 minütiger Ruhepause
am sitzenden Patienten, Nüchternheit nicht notwendig.
Ein Pausieren antihypertensiver Medikamente ist notwendig
bei:
1 Woche ß-Rezeptoren-Blocker Imidazolinrezeptorantagonisten
(z.B. Clonidin)
Schleifendiuretika
Angiotensin-II-Antagonisten
4 Wochen Spironolacton, Eplerenon,
Drospirenon
Erlaubt sind: Thiaziddiuretika, ACE-Hemmer, α-Blocker,
Calciumantagonisten
Material
1 ml EDTA-Blut und 1 ml Serum.
Bei Anforderung von Aldosteron, Renin und ARQ wird der Aldosteron-Renin-Quotient
aus unseren Ergebnissen berechnet.
Literatur
Diederich et al., Med Klin 2007; 102:16-22
Schirpenbach et al., Dtsch Arztebl 2009; 106(18):305-11
Nach oben
Tumormarker NMP22
• Screening des Harnblasen-Karzinoms
• Verlaufskontrolle nach Therapie
Häufigkeit des Harnblasen-Karzinoms
Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 11000 Männer
und ca. 6000 Frauen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter und erreicht
einen Gipfel im 60. bis 70. Lebensjahr.
Symptome
Im Frühstadium können Betroffene symptom- und beschwerdefrei
sein. Später können Blutspuren im Urin (Mikrohämaturie), lokale Schmerzen
oder Beschwerden beim Urinlassen auftreten (Dysurie).
Die Mikrohämaturie ist auch Symptom bei anderen Erkrankungen der Nieren
oder der Harnwege. Die Rotfärbung des Urins durch Beimengung größerer Blutmengen
(Makrohämaturie) spricht eher für eine Tumorblutung.
Früherkennung
Die Früherkennung ist möglich durch die Suche nach
dem nukleären Matrix-Protein 22 im Urin (NMP22), das von Blasenkarzinomen
gebildet und mit dem Urin ausgeschieden wird. Es kann im Urin bereits nachgewiesen
werden, ehe andere Symptome auf den Tumorprozess hinweisen. Mehr als 80%
der Betroffenen können durch den Nachweis des NMP22 erkannt werden.
In den USA hat die zuständige Behörde (FDA) den Test als Screening-Untersuchung
auf Karzinome urothelialen Ursprungs zugelassen, neben seiner
Anwendung bei der Therapieüberwachung und bei der Tumor-Verlaufskontrolle.
Risikogruppen
Risikogruppen sind Raucher, Patienten mit jahrelangem
Schmerzmittelkonsum oder chronischer Blasenentzündung, zudem Berufsgruppen,
die chronisch mit Chemikalien belastet sind (aromatische Amine) wie Friseure,
Tankwarte, Fernfahrer, Maler, Beschäftigte der chemischen Industrie, der
Leder-, Gummi- und Metall-Industrie.
Nachsorge
Die regelmäßige Untersuchung auf NMP22 ist Standard
bei der Nachsorge und Verlaufs-kontrolle behandelter Patienten.
Material
Frischer Morgen-Urin und ein
Röhrchen mit Stabilisatorlösung, das vom Labor zur Verfügung gestellt
wird.
Der Urin wird in einem Plastikbecher aufgefangen (kein
Glas verwenden!). Danach wird das Röhrchen, das die Stabilisatorlösung
enthält, sofort bis zur Markierung mit Urin gefüllt.
Bei unterlassener oder falscher Anwendung des Stabilisators kann ein zuverlässiges
Untersuchungsergebnis nicht erwartet werden.
Falsch-positive Ergebnisse
Erhöhte Werte werden auch gefunden bei Entzündungen
der Blasenschleimhaut, bei Reizzuständen der Blase durch Steine, Katheteranwendung,
Blasenspiegelung, Blasen-OP oder Chemotherapie. Solange diese Zustände
anhalten, sollte der Test nicht für ein Tumor-Screening eingesetzt werden.
Kosten
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen
Krankenkassen erstattet. Der Test kann als IGeL in Auftrag gegeben werden,
wobei die Kosten von dem Patienten selbst zu tragen sind.
Abrechnung nach GOÄ, Ziffer A3911.H3, 26,23 Euro.
Literatur
Kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt
werden.
Nach oben
Die Bedeutung von H 2O 2-bildenden Laktobazillen
für die gesunde Vaginalflora
Die gesunde Vaginalflora
Die Vaginalschleimhaut einer gesunden Frau ist typischerweise
von einer physiologischen Bakterienflora besiedelt, deren Hauptbestandteil
die Milchsäurebakterien bilden. Diesen Laktobazillen (Döderleinstäbchen)
kommt eine große Bedeutung für die Stabilität der gesunden Vaginalflora
zu, denn das empfindliche Gleichgewicht des vaginalen Mikroökosystems unterliegt
natürlichen Schwankungen. Zyklusbedingt oder nach Geschlechtsverkehr kommt
es zu einer pH-Erhöhung des Vaginalmilieus. Die Milchsäureproduktion der
Laktobazillen bewirkt eine Ansäuerung des Scheidenmilieus und hemmt damit
das Wachstum von unerwünschten Mikroorganismen. Die
Schutzfunktion von H202
Als weiteres wirksames Mittel zur Abwehr von pathogenen Mikroorganismen
verfügen einige Laktobazillen über die Fähigkeit, antibakteriell wirksames
Wasserstoffperoxid (H202) zu bilden und freizusetzen. Allerdings ist die
H202-Bildungsfähigkeit für die verschiedenen Laktobazillusarten unterschiedlich
ausgeprägt. Um den Zustand der bakteriellen Vaginalflora beurteilen zu
können, ist es daher neben der Ermittlung einer Fehlbesiedelung durch pathogene
Erreger auch wichtig, den Anteil an H202-Produzenten zu bestimmen. Die
Bestimmung der Menge und des relativen Anteils (%) an H202-produzierenden
Laktobazillen geben Aufschluss über die Stabilität der vaginalen Flora.
Werden keine oder nur wenige H202-Bildner gefunden hat die Patientin häufig
typische Beschwerden. Diese können von Ausfluß bis hin zum Vollbild der
Vaginitis reichen. Diese ist meist bakteriellen Ursprungs (Bakterielle
Vaginitis, Aminkolpitis), hauptverantwortlich dafür sind Anaerobier und
Gardnerella vaginalis. Daneben spielen auch Hefen wie Candida (Soorvaginitis)
und das Protozoon Trichomonas vaginalis eine Rolle. Bei Frauen mit Mangel
an H202-bildenden Laktobazillen kommt es vermehrt zu Komplikationen sowohl
während einer Schwangerschaft (Spontanabort oder Frühgeburt) als auch bei
nicht schwangeren Frauen (Adnexitis, Endometritis oder rezidivierende Harnwegsinfekte)
(1,3,4). Es konnte gezeigt werden, daß die Vermehrung der Vaginitiserreger
bei ausreichender Anzahl von H202-bildenden Laktobazillen vermindert ist
(2).
Die H202 -Stoffwechselanalytik
Problematisch war bisher die Diagnose, da die klinischen Kriterien unspezifisch
und unzuverlässig sind und die spezielle Analytik des H202-Stoffwechsels
von Laktobazillen bisher nur wenigen wissenschaftlichen Laboratorien vorbehalten
war. Inzwischen ist es mit einer neuen Kulturtechnik möglich, die H202-Bildung
von Laktobazillen zuverlässig, schnell und kostengünstig zu ermitteln.
Die Untersuchung ist nach Entnahme eines einfachen bakteriologischen Vaginalabstriches
durchführbar. Dies ist allerdings keine Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherung.
Indikation zur Untersuchung
- bei entsprechendem klinischem Verdacht
- nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Gynäkologie und Geburtshilfe sollte vor Einlage einer Intrauterinspirale
oder intrauterinen Eingriffen eine Aminkolpitis ausgeschlossen werden.
- sinnvoll vor einer geplanten Gravidität oder möglichst
früh in der Schwangerschaft.
Therapie
- bei klinisch ausgeprägtem Beschwerdebild, bei Schwangeren
oder geplanten intrauterinen Eingriffen ist eine antibiotische Therapie
mit Metronidazol oder Clindamycin indiziert.
- ansonsten ist auch die Substitution mit lebensfähigen
Keimen möglich. Besonders ist ein potenter H 20 2-Bildner wie Lactobacillus
gasseri (z.B. in Döderlein Med Vaginalkapseln®) geeignet.
Werden diese Bakterien in der physiologischen Vaginalflora heimisch, wird
das Milieu korrigiert und eine Besserung der Beschwerden eingeleitet.
Material
Vaginalabstrich im Gelröhrchen
(wie für Anforderung Erreger und Resistenz)
Anforderung
auf dem IGEL-Schein „H 2O
2-bildende Laktobazillen“ Kosten
der Untersuchung
Als IGeL nach GOÄ (1,0) 4533 + 4546:
21,56 €
Literatur:(1)
Agrawal et. al. (2002) Role of non H 2O 2-producing lactobacilli and anaerobes
in normal and complicatet pregnancy. J Indian Med Assoc, 100(11):652, 654-655.
(2) Felten et al. (1999) Lactobacillus species identification, H 2O 2-production,
antibiotic resistance and correlation with human clinical status. J Clin
Microbiol, 37(3):729-733. (3) Hiller et al. (1992) The relationship of
hydrogen peroxide-producing lactobacilli to bacterial vaginosis and genital
microflora in pregnant women. Obstet Gynecol, 79(3):369-373. (4) Wilks
et al. (2004) Identification and H 2O 2-production of vaginal lactobacilli
from pregnant women at high risk of preterm birth and relation with outcome.
J Clin Microbiol, 42(2):713-733
Nach oben
Infektionen durch Chlamydien
Die Gattung Chlamydia umfasst die drei humanpathogenen
Arten C.trachomatis, C.pneumoniae und C.psittaci.
Es handelt sich um Bakterien, die aufgrund ihres fehlenden Zellaufbaus
nicht in der Gram-Färbung anfärbbar sind. Eine gemeinsame Eigenschaft
ist ihr komplexer Reproduktionszyklus. Er umfasst zwei Formen: extrazelluläre
infektiöse Elementarkörperchen sowie intrazelluläre
nicht infektiöse Retikularkörperchen.
Die serologische Diagnostik erfasst mit dem ELISA-Testen
nur gattungsspezifische Anti-körper(AK). Der von uns angebotene Mikroimmunfluoreszenztest
(MIF) kann zwischen den Arten C.trachomatis und C.pneumoniae differenzieren,
wobei Kreuzreaktionen vorkommen können. Selten wird man mit einer
serologischen Untersuchung auskommen. Der EBM-Höchstwert von 72 EUR
lässt es bei Kassenpatienten nicht zu, IgG-, IgA- und IgM-AK bei beiden
Chlamydien Arten gleichzeitig zu bestimmen. Deshalb ist Ihre gezielte
Anforderung nach der klinischen Symptomatik, der Anamnese und evtl.
Voruntersuchungen wichtig für eine effiziente Diagnostik. C.trachomatis
u. C.psittaci sind meldepflichtige Infektionen - Anwendung d.Ausnahmeziffer
32006!
Chlamydia trachomatis
Die Serotypen lösen verschiedene Erkrankungen aus:
Serotypen A-C verursachen das Trachom, eine in den Tropen weit verbreitete
chronisch rezidivierende Erkrankung der Bindehaut und der Hornhaut am Auge.
Serotypen D-K verursachen die uns bekannte Form der sexuell übertagbaren
urogenitalen Infektionen u. Augeninfektionen sowie nach perinataler Übertragung
Neugeborenen-Infektionen.
Serotypen L1, L2, L3 verursachen das Lymphogranuloma venereum,
eine überwiegend in den Tropen vorkommende sexuell übertragbare
Erkrankung.
C.trachomatis Serotypen D-K gehören weltweit
zu den häufigsten Erregern sexuell übertragbarer Infektionen(STD)
und soll deshalb an dieser Stelle besprochen werden.
Erregerreservoir ist nur der Mensch. Die Übertragung
erfolgt durch sexuellen Kontakt, perinatal auf das Neugeborene, durch infektiöses
Augensekret und durch die Hände.
Die Inkubationszeit (IKZ) beträgt 1-3(6) Wochen.
Klinische Symptomatik der urogenitalen
Chlamydieninfektion bei Männern als Urethritis (nicht gonorrhoische
Urethritis = NGU, postgonorrhoische Urethritis nach Therapie als Mischinfektion
= PGU), als Epididymitis, Prostatitis, Proktitis, reaktive Arthritis bis
zum Reiter-Syndrom, aber auch asymptomatisch. Als mögliche Folge kann
es zur Infertilität kommen.
Bei Frauen verlaufen bis 80% der Infektionen
asymptomatisch. Manifestationen können sein: Urethritis, Bartholinitis,
Zervizitis, Salpingitis, Endometritis, Perihepatitis, Proktitis und in
der Folge auch eine reaktive Arthritis. In Folge der Salpingitis kann es
zu Sterilität durch Tubenverschluss oder Extrauterin-Gravidität
kommen.
Diagnostik : Der direkte Erregernachweis
– mittels spezieller Abstriche (Urethral-, Cervical-, Augenabstriche)
oder Urin - ist die Methode der Wahl bei Verdacht auf eine akute Infektion.
Der Nachweis erfolgt mit der PCR-Technik, einer sehr zuverlässigen
Methode, sofern genügend infizierte Zellen mit dem Abstrich bzw. Urin
entnommen wurden.
Der Antikörper(AK)-Nachweis: AK gegen C.
trachomatis können Monate oder sogar Jahre persistieren, sodass häufig
nicht zwischen zurückliegender und bestehender Infektion unterschieden
werden kann. Die serologische Diagnostik ist somit eher für die Fragestellung
nach Folgeinfektionen oder chronischen Zuständen (reaktive Arthritis,
Sterilität) geeignet. Die Interpretation kann durch Kreuzreaktionen
mit AK von C.pneumoniae erschwert sein.
Therapie: Zum Einsatz kommen Doxycyclin,
Erythromycin, Clarithromycin, Azithromycin, Levofloxacin. Bei unkomplizierten
genitalen Infektionen mind. 14 Tage Doxycyclin oder Erythromycin, die Gabe
von Azithromycin in einer Einzeldosis (1g) ist möglich. Bei fortbestehender
klinischer Symptomatik sind u.U. mehrere antibiotische Kuren erforderlich.
Chlamydia pneumoniae
Aufgrund seroepidemiologischer Untersuchungen wird geschätzt, dass
5-15% der ambulant erworbenen Pneumonien durch C.pneumoniae verursacht
werden. In der Bevölkerung wurde ein sehr hoher Durchseuchungsgrad
festgestellt. Im höheren Lebensalter steigt die Zahl der Reinfektionen
an. Erregerreservoir ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt durch
Tröpfchen-infektion (Aerosole) und Speichelkontakt. IKZ: 1-4 Wochen
Dieklinische Symptomatik umfasst akute
Pharyngitiden, Sinusitiden, Bronchitiden, Pneumonien. Am häufigsten
sind asymptomatische Infektionen und leichter verlaufende atypische Pneumonien
und Bronchitiden. Systemische Manifestationen sind seltener, dabei treten
Fieber, Husten, Kopfschmerzen, Muskel- u. Gelenkschmerzen, Hepatomegalie,
gastro-intestinale Beschwerden und Bewusstseinsstörungen auf. Sehr
selten sind Endokarditis, Myokar-ditis, Konjunktivitis, Meningoradikulitis,
Erythema nodosum oder reaktive Arthritis. Eine mögliche Rolle von
C.pneumoniae in der Pathogenese der Arteriosklerose wird seit einiger Zeit
kontrovers diskutiert und konnte trotz umfassender Untersuchungen noch
nicht eindeutig geklärt werden.
Infektionen führen nur zu einer zeitlich begrenzten
Immunität.
Die Diagnostik erfolgt über die Serologie,
wobei die AK-Bildung sehr verzögert erfolgen kann, d.h. 6-8 Wochen
nach der Infektion, in Ausnahmefällen auch ganz ausbleibt. Reinfektionen
sind am Anstieg bzw. Nachweis von IgG- und IgA-AK zu erkennen. Kreuzreaktionen
mit AK von C.trachomatis können auftreten.
Eine Methode zum direkten Erregernachweis, wie z.B. die
PCR, steht uns noch nicht zur Ver-fügung. Sie bleibt Speziallaboratorien
vorbehalten und ist keine Kassenleistung.
Differenzialdiagnostisch kommen bei atypischen Pneumonien
Erreger wie Mykoplasma pneumoniae und Legionella pneumophila in Frage.
Therapie: Mittel der Wahl ist Doxycyclin
über einen Zeitraum von 10-21 Tagen. Alternativ ist eine Therapie
mit Makroliden wie Erythromycin und Azithromycin sowie neueren Chinolonen
(Levofloxacin) möglich.
Chlamydia psittaci
Vorkommen bei infizierten Tieren in respiratorischen Sekreten,
Exkrementen und Federn, die Infektiosität bleibt auch bei Austrocknung
und Raumtemperatur ca. 4 Wochen erhalten. Wichtigste Infektionsquelle für
den Menschen sind Vögel. Die Übertragung erfolgt aerogen,
z.B. durch aufgewirbelten Staub, auch durch unmittelbare
Berührung, selten von Mensch zu Mensch. IKZ: 1-4 Wochen.
Die klinische Symptomatik ähnelt
der von C.pneumoniae und ist außerdem sehr vielfältig. Die Infektion
führt zu fieberhaften Erkrankungen, die durch Pneumonien und systemische
Manifestationen charakterisiert sein können. Das klinische Bild kann
außerordentlich vielfältig sein und fast jedes Organ betreffen.
Diagnostik und Therapie wie bei C.pneumoniae.
Für Fragen und Interpretationen stehen wir Ihnen
gern zur Verfügung.
Ihr Laborteam
Literatur:
MIKROBIOLOGE 12.Jg. 2002, S. 63ff; MIKROBIOLOGE 8. Jg. 1998, S. 219f
Nach oben
Methicillin resistente Staph. aureus
(MRSA) in Alten- und Pflegeheimen
September 2003
MRSA sind aufgrund ihrer Multiresistenz gegen
Antibiotika und ihrer ausgeprägten Neigung zu epidemischer Verbreitung
gefürchtete Erreger nosokomialer Infektionen. Das Robert-Koch-Institut
(RKI) führte hierzu seit 1999 eine überregionale Studie zur Besiedelung
von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen durch. Dabei ist in diesen Einrichtungen
mit einer Prävalenz von 2,4 % eine kritische Zunahme der MRSA-Rate innerhalb
der letzten Jahre zu verzeichnen [1,2]. Die hohe epidemische Virulenz des
Erregers macht eine konsequente Infektionskontrolle erforderlich [1,2].
Die Kenntnis einer MRSA Besiedelung bei Risikopatienten ist Grundvoraussetzung
für situationsgerechte Isolierungs- und Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung
der intra- und interinstitutionellen Verbreitung von MRSA und die Vermeidung
von epidemischen Ausbrüchen [3]. Als Risikofaktoren für eine Besiedelung
mit MRSA gelten laut RKI in Übereinstimmung mit der internationalen Literatur
folgende dispositionelle und therapieassoziierte Faktoren:
-
Bettlägerigkeit, geringe Mobilität
-
hohes Alter
-
ausgedehnte Hautläsionen (offene Wunden,
Ulcera, Dekubiti, Ekzeme)
-
Diabetes mellitus, periphere Durchblutungsstörungen
-
Resistenzminderung, Multimorbidität,
hohe Pflegestufe
-
häufige Hospitalisierungen, längerer
Heimaufenthalt
-
lange Antibiotikatherapie
-
invasive Maßnahmen (Harnwegskatheter,
PEG-Sonde, Infusionen)
Für diese Risikopatienten wird ein Screening
auf MRSA-Besiedelung vom RKI empfohlen.
Die MRSA Stämme sind durch den Nachweis des Methicillin-Resistenz kodierenden
mecA Genes mittels PCR schnell zu identifizieren. Als Untersuchungsmaterial
für ein MRSA-Screening wird bisher am häufigsten ein Nasenabstrich verwendet.
Die MRSA-Untersuchung ist keine Kassenleistung.
Sollte eine Abrechnung als Selbstzahlerleistung nicht möglich sein, ist
zu klären, ob der Träger der Einrichtung die Kosten für die Untersuchung
übernimmt.
In diesem Fall würden wir EUR 50,19 für die Untersuchung berechnen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.
Literatur:
1. Epidemiologisches Bulletin des RKI, 35/2003
2. Epidemiologisches Bulletin des RKI, 19/2003
3. Erkrankungen durch Staphylococcus aureus unter besonderer Berücksichtigung
der MRSA:
Der Mikrobiologe 10. Jg. 2000, S 145 - 148
Dr. M. Theune
Nach oben
PCA3: neuer, spezifischer molekulargenetischer Test für das Prostatakarzinom
(PDF-Dokument )
Juli 08
Hintergrund:
Seit der routinemäßigen Einführung des PSA wurde die Früherkennung
des Prostatakarzinoms revolutioniert. Der PSA-Wert ist ein organ- und tumorspezifischer
Marker. Neben dem Malignom kann die PSA-Konzentration durch eine Vielzahl
von Faktoren beeinflusst werden.
Bei PSA-Werten über 4 ng/ml liegt die Karzinomfindung bei etwa 25%.
Bei negativer Biopsie und erhöhten PSA-Werten besteht dennoch ein
erhöhtes Risiko für eine Erkrankung, da 25% der Prostatakarzinome
bei einer einmaligen Biopsie nicht diagnostiziert werden. Daher sind ggf.
weitere Biopsien notwendig. Um die Erkennung eines möglicherweise
vorhandenen Prostatakarzinoms nach negativen Biopsien zu verbessern, wurden
und werden zahlreiche bildgebende und andere Verfahren untersucht.
PCA3:
Neue, vielversprechende Ergebnisse zeigt hierbei der unkomplizierte molekular-genetische
Nachweis des Prostata cancer gene 3 (PCA3). Dieses wird im Vergleich zu
gutartigem Prostatagewebe in Prostatakrebszellen überexprimiert. Das Ergebnis
der Messung wird in einem PCA3 Score angegeben. Der Score kann sowohl zur
Verlaufskontrolle als auch als Entscheidungs-hilfe für eine Biopsie herangezogen
werden. Die Ergebnisse einer amerikanischen Studie an 233 Männern mit erhöhten
PSA-Werten und negativer Biopsie zeigten, dass eine Wiederholungsbiopsie
in ca. 27% positiv ausfällt (1). Die Sensitivität des PCA3-Scores bei einem
Cut-off von 35 betrug 58% bei einer Spezifität von 72%. Der PCA3-Score
ist der PSA bzw. freien PSA-Bestimmung zur Vorhersage eines Ergebnisses
einer Wiederholungsbiopsie überlegen (1, 2). Die Wahrscheinlichkeit eines
positiven Biopsieergebnisses korreliert dabei mit der Höhe des PCA3-Scores.
Indikation:
- zusätzliche Information, wenn PSA und die digital
rektalen Untersuchung (DRU) keine eindeutigen Informationen liefern
- Entscheidungshilfe zu einer erneuten Biopsie
Material:
Urin, der nach einer standardisierten DRU in einem neutralen
Gefäß aufgefangen wird und in ein spezielles Transportröhrchen,
das Sie bei uns anfordern können, umgefüllt wird.
Abrechungshinweis:
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernommen. Der Preis für Selbstzahler beträgt 335 € und ist damit vergleichbar mit anderen genetischen Tests in der molekularen Onkologie.
Literatur:
1.) Leonard S. Marks et al.: PCA3 molecular urine assay for prostate cancer in men undergoing repeat biopsy. Urology, 2007, 69 (3): 532-535
2.) Alexander Haese et al.: The
value of the PCA3 assay in guiding decision which men with a negative prostate
biopsy need immediate repeat biopsy: preliminary european data. Posterpräsentation
EAU 2007
Nach oben
Molekularzytogenetische Diagnostik
bei Erstdiagnose und Rezidiven des Harnblasenkarzinoms
(PDF-Dokument )
Januar 08
Klinik:
Das Harnblasenkarzinom stellt 2% aller bösartigen Tumoren des Menschen
dar.
Männer sind etwa 3 mal häufiger als Frauen betroffen. Das mittlere Alter
bei Entdeckung eines Harnblasenkarzinoms beträgt 65-70 Jahre.
Bei Erstdiagnose haben etwa 75% der Patienten ein oberflächliches Harnblasenkarzinom,
20% einen muskel-invasiven Tumor und 5% ein bereits fortgeschrittenes Stadium.
Leitsymptom des Blasenkarzinoms im Frühstadium ist typischerweise eine
Hämaturie. Oberflächliche Karzinome (Ta, T1 und Carcinoma in situ) neigen
häufig zu Rezidiven, daher ist ein regelmäßiges Monitoring erforderlich.
FISH-Nachweisverfahren:
Das Harnblasenkarzinom ist, wie auch andere solide Tumoren, durch das Auftreten
von be-stimmten Chromosomenaberrationen charakterisiert.
Die Blasenkarzinomzellen werden in den Urin abgeschilfert.
Mit Hilfe der Fluoreszenz–in-situ-Hybridisierung
(FISH) werden typische karzinomassoziierte chromosomale Aberrationen
noninvasiv durch Fluoreszenz der An-Euploidien der Chromosomen
3, 7, 17 sowie durch Verlust des 9p21-Locus in Urinproben nachgewiesen.
Neben herkömmlichen Verfahren wie der Zystoskopie und
Zytologie weist die FISH-Methode im Vergleich zur Zytologie
eine hohe Sensitivität und vergleichsweise hohe Spezifität sowohl zur Diagnose
als auch zum frühzeitigen Nachweis eines Blasenkarzinom-Rezidivs
auf. Halling et al. erzielten eine Sensitivität von 36% für gut
differenzierte (G1), 76% für mäßig differenzierte (G2) und 96% für entdifferenzierte
Tumoren (G3). Die Spezifität betrug 96%.
Indikation:
- Klärung von zytologischen Atypien
- Bestätigung zytologisch positiver Befunde bei fehlendem
zytoskopischen Korrelat
- Frühzeitige Diagnose von Rezidiven in der Tumornachsorge
- Bessere Abschätzung des Rezidivrisikos nach Resektion
eines Urotheltumors
Material:
- bitte keinen Morgenurin verwenden
- vor dem Entleeren ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
erforderlich
- zur Erhöhung der Zellzahl ist eine körperliche Aktivität
des Patienten nach dem Trinken und vor dem Entleeren der Blase hilfreich
(Treppensteigen, Massage des unteren Bauchbereichs etc.)
- Mittelstrahlurin (ca. 100 ml) in einem
Gefäß auffangen und anschließend in zwei mit Konservierungsflüssigkeit
vorbereitete 50 ml-Probengefäße überführen. Die Probengefäße können Sie
bei uns im Labor anfordern.
- Probe sollte möglichst taggleich (Montag– Donnerstag,
bitte nicht freitags sowie vor Feiertagen) im Labor eintreffen, ggf. im
Kühlschrank zwischenlagern.
Abrechungshinweis:
EBM: 11310 und 3 x 11312 - budgetfreie Abrechnung
nach Kapitel 11 EBM
GOÄ: 4873 1,8facher Satz
Literatur:
1.) Halling K et al., J Urol , 2002, 167: 2001-06
2.) Sarosdy MF et al., J Urol, 2006,
176 (1): 44-7
3.) Bubendorf L et al, Am J Clin Pathol, 2001, 116: 79-86
Sollten Sie weitere Fragen haben, die wir Ihnen
hier nicht beantwortet haben, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch, schriftlich
oder via E-mail >>
Kontakt
Nach
oben
|